Umgang mit dem Tinnitus
Das Leben mit dem Tinnitus ist nicht für jeden einfach, abhängig ist dies auch von der Stärke der Geräusche. Sehr leise Töne werden leicht durch die Geräusche des Alltags überdeckt, so dass sie kaum noch wahrgenommen werden. Sie werden erst wieder hörbar, wenn sich der Betroffene in völliger Stille befindet. Stärkere Tinnitus-Geräusche allerdings sind schlechter auszublenden. Wichtig ist, dass der Patient möglichst wenig Stress erfährt und es zu keiner allzu starken Belastung der Ohren kommt. Wer also mit vorhandenem Tinnitus unbedingt ein Rockkonzert besuchen möchte, sollte seine Ohren vor dem Lärm schützen. Hilfreich ist im Alltag häufig die Ablenkung durch rhythmische Musik. Damit konzentriert sich der Mensch weniger auf die Geräusche im Ohr. So können sogar die häufig auftretenden Probleme beim Einschlafen, die so viele Tinnitus – Betroffene quälen, verringert werden. Generell gilt, dass sich die Gedanken des Patienten nicht ständig um den Tinnitus drehen sollten, was in vielen Fällen sicherlich leichter gesagt als getan ist.
Der Druck auf den Patienten wächst, wenn er sich ständig auf seine Erkrankung beziehungsweise auf das Symptom konzentriert. Das kann so weit gehen, dass sich das Geräusch subjektiv verstärkt. Ist der Tinnitus nach etwa einem halben bis einem Jahr immer noch vorhanden, so wird er als chronisch eingestuft. Spätestens dann wird es wichtig, dass der Betroffene lernt, sich damit zu arrangieren und mit der Erkrankung umzugehen. Meist tritt eine gewisse Gewöhnung ein und das Geräusch wird erst wieder als störend empfunden, wenn es sich verstärkt. Eine psychologische Hilfe kann in dem Fall sinnvoll sein, wenn der Patient sich nicht allein mit der Erkrankung arrangieren kann. Die Lebensqualität kann stark verbessert werden, auch wenn die Behandlung selbst an der Stärke der Ohrgeräusche nichts zu ändern vermag. Teilweise wird geraten, dass ein Tinnitus – Patient auf bestimmte Speisen oder auf koffeinhaltige Getränke verzichtet. Einen wissenschaftlichen Beleg für diese Theorie gibt es nicht und auch die Betroffenen können meist keine Änderung ihres Befindens feststellen.